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In diesen Tagen feierte Großbritannien und das Commonwealth of Nations das Platinjubiläum von Königin Elisabeth II. Es ist das erste Mal, dass ein britischer Monarch ein Platinjubiläum auf dem Thron beging.

Elisabeth II. wurde am 21. April 1926 als Elizabeth Alexandra Mary Windsor in Mayfair, London geboren. In den 1930er Jahren lernte sie ihren späteren Ehemann Prinz Philip von Griechenland und Dänemark kennen, dessen Mutter aus dem Haus Battenberg stammte.

Sie heirateten am 20. November 1947 in der Westminster Abbey, am 14. November 1948 wurde ihr erstes Kind, Prinz Charles, geboren und am 15. August 1950 folgte Prinzessin Anne.

Nach dem Tod ihres Vaters König Georg VI. am 6. Februar 1952 trat sie das Thronerbe an.

Die Krönung fand dann am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey statt. Bei der Zeremonie waren rund 8.000 Gäste anwesend und 300 Millionen Zuschauer in der ganzen Welt verfolgten das Ereignis in dem noch neuen Medium Fernsehen.

Ihre Herrschaft ist von bedeutenden politischen Umwälzungen geprägt: Entkolonialisierung des Britischen Weltreichs, der Kalte Krieg, der Nordirlandkonflikt und sowohl der Beitritt Großbritanniens zur Europäischen Union als auch der Brexit. Trotz zunehmender Kritik der Massenmedien an der Königsfamilie und wachsender Zustimmung zur republikanischen Staatsform – insbesondere in Australien – genießt die Monarchie unter Königin Elisabeth II. weiterhin breite Akzeptanz in der Bevölkerung.

Queen Elizabeth ist derzeit nicht nur das Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland und den britischen Überseegebieten (z. B. Bermuda, Falkland-Inseln, Gibraltar, St. Helena …), sondern auch von 14 weiteren, als Commonwealth Realms bezeichneten souveränen Staaten (Antigua und Barbuda, Australien, Bahamas, Belize, Grenada, Jamaika, Kanada, Neuseeland, Papua-Neuguinea, St. Kitts und Nevis, St. Lucia,

St. Vincent und die Grenadinen, Salomonen und Tuvalu) einschließlich deren Territorien und abhängigen Gebieten. Darüber hinaus ist sie das Oberhaupt des 54 Staaten umfassenden Commonwealth of Nations, Lehnsherrin der britischen Kronbesitzungen (Guernsey, Jersey und der Isle of Man) sowie weltliches Oberhaupt der anglikanischen Staatskirche von England. Während ihrer Regentschaft variierte die Zahl der Commonwealth Realms, da die meisten britische Kolonien ihre Unabhängigkeit erlangten und mehrere dieser Staaten sich zu Republiken erklärten. Daher war Elisabeth II. zeitweilig auch Königin von Barbados, Ceylon, Fidschi, Gambia, Ghana, Guyana, Hongkong, Kenia, Malawi, Malta, Mauritius, Nigeria, Pakistan, Sierra Leone, der Südafrikanischen Union, von Tanganjika, Trinidad und Tobago sowie Uganda.

Seit mehr als 70 Jahren findet sich weltweit das Konterfeit Queen Elizabeth II. auf Geldscheinen. Özgür Honça führt in seinem 2021 im Selbstverlag erschienen „Catalog of Queen Elizabeth II Paper Money“ 1.728 verschiedene Noten auf. Damit dürfte sie die meist abgebildete Person auf Geldscheinen sein. Je nach zählweise gaben mehr als 30 Länder bzw. Ausgabestellen Noten mit ihrem Bildnis aus.

Natürlich hat sich die Darstellung der Königin im Laufe der Jahre mehrfach verändert. Mehr als 30 verschiedene Kopf- und Brustbilder wurden dabei verwendet; einige nur bei einer Emission, andere gleich dreizehnmal. Weiyi Cai und Adam Taylor veröffentlichten unter dem Titel „The evolution of Queen Elizabeth II, as shown by banknotes“ in „The Washington Post“ 2015 eine Übersicht der bis dahin verwendeten Bildnisse der Königin.

Abb. 1: The evolution of Queen Elizabeth II, as shown by banknotes.

Erstmals begegnet uns Elisabeth auf einer 20-Dollars-Note der Bank of Canada, die am 11. März 1935 emittiert wurde. Sie zeigt die achtjährige Prinzessin. Die Banknote wurde in zwei Ausführungen ausgegeben: mit englischem bzw. mit französischem Text. Die Aufnahme des Originalporträts stammt von Marcus Adams, dem offiziellen Fotografen der königlichen Kinder. Edwin Gunn, der bei der Canadian Banknote Company Ltd. beschäftigt war, besorgte die Gravur der Druckplatten.

Abb. 2: Bank of Canada, 1935, 20 Dollar, Vorderseite. Prinzessin Elizabeth im Alter von acht Jahren.

Damals konnte noch niemand ahnen, dass dieses Kind eines Tages Königin sein würde, denn sie stand „nur“ an dritter Stelle der Thronfolge. Bereits kurze Zeit nach der Thronbesteigung gaben verschiedene Emittenten Geldscheine mit der Abbildung der neuen Königin aus.

Die Bank of Canada beauftragte die British American Bank Note Company mit dem Druck einer neuen Banknoten-Serie, bestehend aus den Nominalen 1, 2, 5, 10, 20, 100 und 1000 Dollars. Alle Noten zeigen das Porträt der jungen Königin. Es basiert auf einem Foto des kanadischen Fotografen Yousuf Karsh und wurde 1951, ein Jahr vor der Thronbesteigung, während eines Fototermins aufgenommen. Viele Fotos zeigen die spätere Königin mit einem Diadem. Die Bank of Canada wählte für ihre Banknotenserie von 1954 jedoch ein Foto aus, das sie ohne Diadem zeigt. Auffallend ist auch die Halskette aus Diamantenblüten und -blättern, einem Hochzeitsgeschenk des Nizam von Hyderabad und Berar. Entworfen wurde die Serie von George Gundersen.

Die Scheine sorgten für Aufregung. Aufmerksame Betrachter meinten, auf ihnen eine Teufelsfratze zu erkennen. Deutlich ist im Haar der Königin rechts neben ihrem linken Ohr eine große Nase, der Schatten einer dicken Lippe und zwei wulstige Augenbrauen zu sehen. Die Bank ließ bei den späteren Ausgaben die Zeichnung des Haars überarbeiten.

Abb. 3.1: Bank of Canada, 1954, 20 Dollar, Vorderseite. Queen Elizabeth im Alter von 25 Jahren. Die Noten wurden unter dem Namen „Devil’s Face“ bekannt.

Abb. 3.2: Der rote Ausschnitt zeigt die Teufelsfratze.

Dorothy Wilding war die erste Frau, die zum offiziellen königlichen Fotografen ernannt wurde.

Von ihr stammen fast alle Porträts der jungen Königin, die bei den Geldscheinen der folgenden Jahre verwendet wurden. Das Foto aus dem Jahr 1952 zeigt die junge Queen mit dem Staatsdiadem Georgs IV. auf dem Kopf. Diese Darstellung wurde bis in die 1970er Jahre auf Banknoten vieler Ländern verwendet. Die Krone wurde 1820 für König Georg gefertigt. Der Gold- und Silberrahmen mit einer Höhe von 7,5 Zentimetern und einem Durchmesser von 19 Zentimetern ist mit 1.333 Diamanten mit insgesamt 320 Karat (64 g) verziert, darunter ein gelber Diamant mit vier Karat. Anstelle der heraldischen Lilie, die normalerweise auf britischen Kronen zu sehen ist, hat das Diadem vier Blumensträuße aus Rosen, Disteln und Kleeblättern, die Blumensymbole von England, Schottland und Irland, abwechselnd mit vier Kreuzen auf der Oberseite der Basis. Es wurde von jeder Königin und Königlichen Gemahlin ab Königin Adelaide, der Frau von William IV., getragen. Königin Elisabeth II. trug das Diadem in der Prozession zu ihrer Krönung im Jahr 1953, desgleichen bei der Prozession der jährlichen Eröffnung des Parlaments.

Abb. 4: Government of Hongkong, 1. Juli 1959, 1 Dollar, Vorderseite.
Abb. 5: Commonwealth of Australia, o. D., 1 Pound, Vorderseite.

Die drei folgenden Beispiele zeigen weitere Porträtfotos der Fotografin, die auf Geldscheinen verwendet wurden:

Abb. 6: Bank of Jamaica, 1960, 1 Pound, Vorderseite.

Abb. 7: Bermuda Government, 1. Mai 1957, 5 Shillings, Vorderseite.

Abb. 8: The Government of the Falkland Islands, 10. April 1960, 10 Shillings, Vorderseite.

Während einige Darstellungen nur ein oder wenige Male verwendet wurden, wurde das Porträt nach einem Gemälde von Pietro Annigoni über viele Jahre bei einer größeren Zahl von Ausgaben genutzt.

Das Government of Seychelles emittierte zwischen 1968 und 1972 seinen ersten vollständigen Banknotensatz (5, 10, 20, 50 und 100 Rupees). Diese Banknoten hatten die Fauna und Flora der Inseln zum Thema. Entworfen wurde die Serie von zwei britischen Banknoten-Gestalterinnen und die renommierte Wertpapierdruckerei Thomas De La Rue & Company Ltd. in London besorgte den Druck. Der Wert zu 50 Rupees sorgte für Aufregung. Auf der rechten Hälfte der Vorderseite ist die Queen nach einem Gemälde von Pietro Annigoni unmittelbar neben einer malerischen Strandkulisse mit Palmen abgebildet. Jedoch fiel niemanden an der Fertigung Beteiligten auf, dass die Palmwedel so angeordnet waren, dass deutlich das Wort „SEX“ zu lesen ist. Die Inselregierung entschied kurzerhand, die ausgegebenen Noten einzuziehen und durch neue weniger kontroverse Banknoten zu ersetzen. Heute sind diese „SEX-Noten“ begehrte Sammelobjekte. Betrug ihr Wert bei Ausgabe ca. 3,50 Euro, so sind sie heute über 500 Euro wert.

Abb. 9.1: Government of Seychelles, 1. Januar 1972, 50 Rupees, Vorderseite.

Abb. 9.2: Der Ausschnitt zeigt deutlich das Wort „SEX“.

Das Gemälde Annigonis wurde von insgesamt neun Emittenten genutzt.

Abb. 10: Bank of Mauritius, o. D., 5 Rupees, Vorderseite.

Abb. 11: East Caribbean Currency Authority, o. D., 20 Dollars, Vorderseite.

Obwohl die folgenden drei Banknoten der Bank of England die Königin in ihren 30ern zeigen, wurde die erste Note 1960 ausgegeben, die zweite 1963 und die letzte sogar erst 1970.

Zu diesem Zeitpunkt war Elizabeth bereits 49 Jahre alt. Als Vorlage dienten (in der Reihe ihrer Verwendung) Zeichnungen von Robert Austin, Reynolds Stone und Harry Eccleston.

Abb. 12: Bank of England, o. D., 1 Pound, Vorderseite.

Abb. 13: Bank of England, o. D., 10 Pounds, Vorderseite.

Abb. 14: Bank of England, o. D., 10 Pounds, Vorderseite.

Abb. 15: Cayman Islands Currency Board, 1974, 100 Dollars, Vorderseite.

Abb. 16: Reserve Bank of New Zealand, o. D., 1 Dollar, Vorderseite.

Abb. 17: Bank of Canada, 1973, 1 Dollar, Vorderseite.

Abb. 18: Reserve Bank of Australia, o. D., 1 Dollar, Vorderseite.

1977 feierte die Queen ihr Silberjubiläum. Zu dieser Zeit war sie 51 Jahre und ihr Konterfeit wurde auf den Banknoten dem Alter angepasst:

Abb. 19: Isle of Man Government, o. D., 50 Pounds, Vorderseite. Die Queen im Alter von 51 Jahren.

Abb. 20: The State of Jersey, o. D., 20 Pounds, Vorderseite. Die Queen im Alter von 52 Jahren.

Abb. 21: Reserve Bank of Australia, o. D., 5 Dollars, Vorderseite. Die Queen im Alter von 58 Jahren.

Das am häufigsten verwendete Bild der älteren Königin auf Banknoten ist das Porträt, das Terry O’Neil als offizielles Foto 1992 im Buckingham Palace aufnahm.

Abb. 22: Bank of England, o. D., 5 Pounds, Vorderseite.

Abb. 23: Central Bank of Belize, 1. Februar 2009, 50 Dollars, Vorderseite.

Abb. 24: Government of Gibraltar, 1. Juli 1995, 50 Pounds, Vorderseite. Die Queen im Alter von 66 Jahren.

Anlässlich des 50. Thronjubiläums der Königin 2002 gab die Royal Bank of Scotland plc eine 5-Pounds-Gedenknote aus. Sie zeigt auf der Rückseite ein Alters- und ein „Jugend“-Porträt der Königin. Die Auflage der Note betrug 2 Millionen Stück.

Abb. 25: Royal Bank of Scotland, o. D., 5 Pounds, Rückseite.

Im September 2016 informierte die Bank of England die Öffentlichkeit darüber, dass die Briten künftig mit Banknoten aus Kunststoff zahlen würden. Als erster Wert wurde das Nominal zu 5 Pounds ausgegeben. Er bildet auf der Vorderseite Königin Elisabeth und auf der Rückseite Ex-Premierminister Winston Churchill ab. Auf ihrer Internetseite erläuterte die Notenbank die Vorteile, die sich aus der Verwendung von Polymer-Kunststoff bei der Herstellung der Noten ergeben würden. Sie seien sauberer, sicherer und hätten eine viel längere Lebensdauer als herkömmliche Papierscheine.

Schon wenige Wochen später forderten etwa 135.000 Personen im Namen von Veganern, Vegetariern und Religionsgemeinschaften in einer Online-Petition von der Bank, die Ausgabe der Scheine zu stoppen, da Recherchen ergeben hätten, dass bei der Herstellung des Kunststoffs Schweinefett verwendet würde. Einzelne Läden kündigten an, die neuen Scheine nicht zu akzeptieren. Die Bank of England bestritt die Aussage keineswegs, hielt aber trotz der Kritik an ihren neuen Fünf-Pfund-Noten fest. Die Kosten, um sie zu ersetzen, seien zu hoch. Außerdem sei die Versorgung mit Bargeld gefährdet, würden die Scheine nun aus dem Verkehr gezogen. Auch die Einführung einer neuen Zehn-Pounds-Note fand wie geplant statt. Die Bank versprach aber bei der neuen Note zu 20 Pfund über die Lösung des Problems nachzudenken.

Abb. 26: Bank of England, o. D., 5 Pounds, Vorderseite.

Im Folgenden werden noch einige Beispiel mit Altersporträts der Queen gezeigt.

Abb. 27: Reserve Bank of Fiji, o. D., 5 Dollars, Vorderseite. Die Queen im Alter von 73 Jahren.

Abb. 28: States of Jersey, o. D., 50 Pounds, Vorderseite.

Abb. 29: Bank of Canada, o. D., 20 Dollars, Vorderseite.

Abb. 30: States of Jersey, (2012 – anlässlich des 60. Thronjubiläums),

100 Pounds, Vorderseite.

Abb. 31: Bank of Canada, o. D., 20 Dollars, Vorderseite. Die Queen im Alter von 85 Jahren.

Abb. 32: HM Government of Gibraltar, 21. August 2020, Vorderseite.

Abschließend ist festzustellen, dass die Kopf- und Brustbild-Darstellungen der Königin bei Emission der Wertzeichen häufig nicht ihrem tatsächlichen Alter entsprachen. Einzelne Abbildungen wurden sogar Jahrzehnte verwendet.

©2022 by Uwe BronnertBattenberg Gietl Verlag GmbH www.geldscheine-online.com Redaktion Hans-Ludwig Grabowski

Abbildungsverzeichnis:
Wenn nicht anders angegeben, stammen die Abbildungen aus der Online-Verkaufsliste der Firma Worbes in Berlin. Abbildungen 1, 6, 10, 15, 19, 20, 21, 24, 27, 30, 31: https://www.awesomeinventions.com/banknotes-queen-elizabeth-ii-age-progression/

Abbildung 25: Hans-Ludwig Grabowski u. Josef Gerber, Gedenkbanknoten der Welt, Katalog mit aktuellen Bewertungen, Regenstauf 2011