CSU Eching

Liebe Echingerinnen und Echinger,

der Klimaschutz ist eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine spüren wir aber auch, dass besonders die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie ein Damoklesschwert über unseren Köpfen schwebt. Gas-Branchenverband, EU-Kommission und Bundesregierung betonen zwar, dass aufgrund der Reserven die Gasversorgung bei einem Lieferstopp Russlands nicht sofort ausbleiben wird, jedoch werden zusätzliche Gas-Käufe aus anderen Quellen bereits panisch vorbereitet. Damit die Energiewende langfristig gelingen kann, werden weitere Alternativen zu fossilen Energieträgern benötigt. Bayern ist auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien bei Photovoltaik, Bio- und Wasserkraftwerken spitze, nur bei Windkraft sind aufgrund der Gegebenheiten hierzulande noch Anstrengungen erforderlich. Auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft gilt Grüner Wasserstoff als großer Hoffnungsträger. Auch wenn es Wasserstoff als Gas eigentlich in großen Mengen auf der Welt gibt, kommt er doch meist nur in chemischen Verbindungen wie Wasser oder Kohlenwasserstoffen vor. Mittels Elektrolyse spaltet man Wasser (H2O) in seine Bestandteile Sauerstoff (O2) und Wasserstoff (H2) auf. Wird für die Elektrolyse Strom aus erneuerbaren Energien verwendet, erhält man sogenannten „Grünen Wasserstoff“, denn nur so ist die Produktion emissionsfrei. Und darum geht es schließlich bei der Dekarbonisierung unserer Welt. Der Freistaat will mit der bayerischen Wasserstoffstrategie innovative Wasserstofftechnologien schnell in die Anwendung bringen. Zu den größten Vorteilen von Wasserstoff zählt, dass sich Energie damit gut speichern und transportieren lässt.

Wofür kann man aber jetzt diesen grünen Wasserstoff verwenden? Derzeit werden etwa 55% des global produzierten Wasserstoffs zur Herstellung von Ammoniak, z. B. für Düngemittel, eingesetzt. Weitere 10% entfallen auf die Herstellung von Methanol, beispielsweise für Kraftstoffe. Zukünftig wird grüner Wasserstoff vermehrt in der Mobilität und in besonders energieintensiven Branchen wie der Stahlindustrie oder für Wärmeprozesse in den Bereichen Aluminium oder Glas zum Einsatz kommen. Bei der Mobilität wird Wasserstoff im Schwerlastbereich eine zunehmend wichtige Rolle spielen – für LKW, Züge, Busse oder im Schiffsverkehr, aber auch für private PKWs mit mehr Reichweite und kürzerer Betankungszeit als z. B. bei reinen Batterieautos. Jedoch gibt es hier einige Haken. Nach der Elektrolyse wird der produzierte Wasserstoff durch Kompression für den Transport verdichtet und in Drucktanks abgefüllt. Wasserstoff ist aber das kleinste Atom der Welt und nicht so einfach in Tanks zu füllen wie Benzin oder Diesel, da es bei ungeeigneten Tankhüllen zwischen den Molekülen austritt – der Fachausdruck: er diffundiert. Zusätzlich fährt man sozusagen eine „kritische Energie – hochentzündlich und explosiv“ mit sich rum. Die Automobilindustrie arbeitet dafür an speziellen Tanks, die bei Unfällen nicht beschädigt werden. Ein wirklich beruhigendes Fahrgefühl würden die meisten von uns wohl trotzdem nicht haben. Wir sind gespannt, was unsere Ingenieure auf diesem Gebiet noch erreichen werden.

Mit herzlichen Grüßen

Yavuz Kalkan

CSU-Ortsvorsitzender

Ein Gedanke zu „CSU Eching Informiert“
  1. Sehr geehrter Herr Kalkan,
    Danke für Ihre sehr ausführliche Darlegung, wie man „grünen“ Wasserstoff erzeugen kann (zugegeben: für mich waren keine neuen Infos dabei).
    Sie haben zu Recht darauf hingewiesen, dass die Herstellung von „sauberem“ Wasserstoff nur mit regenerativ erzeugtem Strom funktioniert. Deshalb sei die Frage an den CSU-Ortsvorsitzenden von Eching erlaubt, wann Sie mit Ihrem Parteivorsitzenden Dr. Markus Söder (bayer. Ministerpräsident) Kontakt aufnehmen, damit dieser dafür sorgt, dass die wissenschaftlich nicht begründbare, von Horst Seehofer (Söders Amtsvorgänger) eingeführte pauschale 10 H-Regel* für Windkraftanlagen endlich außer Kraft gesetzt wird, damit zukünftig genügend regenerativer Wasserstoff (auch) in Bayern produziert werden kann.
    Übrigens, s.g. Herr Kalkan: Bayern ist das einzige Bundesland, in dem es eine pauschale Abstandsregel für Windräder zu Wohngebäuden gibt.

    MfG
    Guido Langenstück

    * Wer es noch nicht weiß: 10 H bedeutet, dass der Mindestabstand von Windrädern zu Wohngebäuden das Zehnfache der Höhe des Windrades betragen muss. Dabei wird nicht berücksichtigt, wohin der Schlagschatten der Rotorblätter des Windrades fällt (hängt von der Konstellation Sonne – Windrad – Haus ab).

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