Geld gleich Kultur

Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden neben den baltischen Staaten, die heute bekanntermaßen zur Europäischen Union gehören, u. a. die meisten Länder des Kaukasus unabhängig, so auch Armenien. Andere Kaukasus-Völker hingegen, wie die Tschetschenen, die in der UdSSR keine eigene Republik hatten, sondern denen lediglich ein Autonomie-Status innerhalb der Russischen Sowjetrepublik zugestand war, kämpfen noch bis heute um ihre Unabhängigkeit von Moskau.

Seit 1993 gibt Armenien wieder eigene Banknoten aus und im Jahr 2001 folgte die erste Gedenkbanknote des Landes über 50.000 Dram. Die armenische apostolische Kirche feierte im September 2001 ihr 1700-jähriges Bestehen. Armenien war der erste christliche Staat der Erde. Bereits Ende des 1. Jahrhunderts begann die christliche Missionierung des Landes. Im Jahr 301 konnte der Missionar Gregor den armenischen König durch Beharrlichkeit vom Christentum überzeugen, das dieser zur Staatsreligion erhob. Die Religion war es auch, die das Volk der Armenier zusammenhielt in den vielen Jahrhunderten, in denen es ohne eigenen Staat zwischen den Interessen der umgebenden Großmächte fast zerrieben worden Wäre. Die christliche Religion wurde zur Wahrerin der armenischen Identität und die Kirchen zu Zufluchtsorten vor der Fremdherrschaft von Römern, Persern, Arabern, Byzantinern, Seldschuken, Mongolen, Osmanen (Türken) und Russen. An der Entscheidung aus dem Jahr 301 und damit am Christentum, wie auch an der eigenen Sprache und Schrift, ist dennoch von den Armeniern über 1700 Jahre hinweg festgehalten worden, allen Verlockungen, Drohungen und Unterdrückungen zum Trotz.

Die Geschichte der Armenier ist über weite Strecken eine Leidensgeschichte. Immer wieder wurde das Land zum Schlachtfeld zwischen Eroberern. Türken und Kurden verübten 1895 bis 1897 und 1909 grausame Massaker unter der armenischen Bevölkerung. Während und nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Volk der Armenier durch Deportationen und Völkermord der Türken fast völlig vernichtet. Eine geschichtliche Verantwortung, der sich die nach Europa strebende Türkei immer noch nicht in vollem Umfange stellt, sie sogar verleugnet. Die Mehrzahl der überlebenden Armenier war aus dem eigenen Lande geflohen oder vertrieben und lebte nun über die ganze Welt verteilt.

In die 1918 gegründete unabhängige Republik Armenien marschierten schon 1920 sowjetische und türkische Truppen ein. Erneut kam es zu türkischen Massakern unter der Zivilbevölkerung in großem Ausmaß. 1922 wurde die türkische Annexion armenischer Gebiete international anerkannt – völkerrechtlich sanktionierter Landraub, während die Weltöffentlichkeit vor dem Völkermord durch die Türken schwieg. Damit verloren die Armenier nicht nur einen Teil ihres Landes, sondern auch ihren heiligen Berg Ararat, auf dem nach der Sintflut die Arche Noah gelandet sein soll. Die 1920 von den Bolschewiki gebildete Sozialistische Sowjetrepublik Armenien bestand bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion.

Zentrum der armenischen apostolischen Kirche ist Etschmiadzin, nur 20 km von der Hauptstadt Jerewan entfernt. Hier stand die erste armenische Kirche, heute eine Kathedrale, in der der ranghöchste Geistliche der Armenier, der Katholikos, seinen Sitz hat. Diese Kirche ist auf der Vorderseite der Gedenkbanknote zu sehen. Sie ist für alle Armenier nicht nur ein Symbol des Glaubens, sondern wie der Berg Ararat auch der eigenen Nation. lm breiten Sicherheitsstreifen und auf dem Goldmedaillon sind König Tiridates III. und der Missionar Gregor mit der Kirche auf ihren Händen abgebildet. Diese Darstellung bestimmt auch die Rückseite vor dem Hintergrund des Bergs Ararat. In dem achteckigen Medaillon der Rückseite finden wir die beiden Jahreszahlen 301 und 2001 und im Sicherheitsstreifen der Vorderseite ist zu lesen „CHRISTIANITY IN ARMENIA / STATE RELIGION 1700“. Das Wasserzeichen zeigt ein reichhaltig verziertes Kreuz.

Die armenische Gedenkbanknote über 50.000 Dram aus dem Jahr 2001, hergestellt bei Giesecke & Devrient, wurde in einer besonderen zweisprachigen (Armenisch und Englisch) Mappe ausgegeben, in der auch die einzelnen Sicherheitsmerkmale der Note ausführlich erläutert werden.

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